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24.7.2014 : 16:35 : +0200

Tierheim Kronach

Tierheim Kronach (Nordbayern / Oberfranken)

Tel. 09261 / 20111 tsvkc(at)gmx.de www.tierheim-kronach.de

Nela

Nela“, weiblich, kastriert, Podencomix, geb. 01.07.06, 40 cm

Sensibelchen Nela hat in ihrem ganzen Leben sicher noch nichts Schönes gehabt. Ursprünglich stammt sie aus Granada/Spanien, wo sie offenbar ausgesetzt worden war und einen Sommer lang auf der Straße gelebt hat. Eine freiwillige Mitarbeiterin unseres dortigen Partner-Tierheims Albolote/Granada fütterte sie regelmäßig, so dass die heimatlose Hündin wenigstens halbwegs über die Runden kam.Anfangs war es unmöglich, sie einzufangen, denn Nela war sehr scheu und hatte große Angst vor allen Menschen. Geduckt streifte sie durch das Viertel, immer ängstlich, immer auf der Hut. Sie schien immer das Schlimmste zu erwarten, und wenn ihr Hunger nicht so groß gewesen wäre, hätte sie vermutlich von uns Menschen überhaupt nichts mehr wissen wollen. Nela hat einige kahle Stellen und Narben an ihrem Körper, die auf schlechte Behandlung hindeuten. Aber was sie genau erlebt hat, werden wir wohl nie erfahren.Nachdem Nela einige Monate auf der Straße gefüttert worden war, hatte sie zu der Mitarbeiterin des Tierheims Granada soweit Vertrauen gefasst, dass sie sich einfangen und ins Tierheim bringen ließ. Das war unbedingt nötig, denn man wollte natürlich vermeiden, dass Nela auf der Straße auch noch läufig und trächtig werden würde. Außerdem ist jeder Tag auf Granadas Straßen ein neuer Kampf ums Überleben. Straßenverkehr, Gift, Hundehasser – der Tod lauert an allen Ecken… :-(

Nun war Nela im Tierheim Albolote/Granada zwar in Sicherheit, glücklich war sie dort jedoch noch lange nicht. Sie war nur einer von vielen (in unserem Partner-Tierheim leben ständig mindestens 200-250 Hunde!) und sie ging in der Masse der vielen braunen Podencos regelrecht unter. Obwohl sich die ehrenamtlichen Helfer wirklich alle Mühe geben, bleibt neben der täglichen Versorgung, Fütterung und Pflege einfach zu wenig Zeit für einen einzelnen Hund übrig. Und so wurde Nela immer trauriger, immer in sich gekehrter – und immer dicker! Fressen war ihr einziges Vergnügen, sonst hatte sie ja den ganzen Tag nichts zu tun. Kamen Besucher oder Interessenten, drückte sich das kleine Mauerblümchen ängstlich in eine Ecke, um nur ja nicht aufzufallen – zu groß war ihr Angst vor unbekannten Menschen, als dass sie es gewagt hätte, auf jemanden zuzugehen. Und so wurde natürlich auch niemand auf die braune Maus aufmerksam. 4 Jahre ging das so zu, 4 Jahre hinter Gitter, ohne wirkliche Abwechslung, ohne Anregungen, ohne alles! Irgendwann konnten wir es nicht mehr mit ansehen und so holten wir Nela schließlich zu uns ins Partner-Tierheim nach Kronach. Vielleicht hat das kleine Angsthäschen hier mehr Chancen, doch noch eine liebevolle eigene Familie und damit eine glückliche Zukunft zu ergattern.Nela ist zwar nach wie vor recht ängstlich, aber sie ist wirklich absolut lieb und gutmütig. Niemals würde es ihr einfallen, zu schnappen – nicht mal in größter Panik. Sie duckt sich dann nur oder legt sich unterwürfig auf den Rücken und lässt gottergeben alles mit sich machen. Jegliche Aggressivität oder Dominanz Menschen gegenüber ist ihr vollkommen fremd. Auch Kindern gegenüber benimmt sie sich absolut lieb und brav, auch wenn wir sie nur in eine Familie mit größeren, ruhigen und vernünftigen Kindern vermitteln möchten, um die arme Seele nicht noch mehr Stress auszusetzen.

Allerdings ist es nicht so, dass Nela noch überhaupt keine Fortschritte gemacht hätte. Bei Menschen, die sie gut kennt, hat sie ihre Angst schon fast überwunden, sie springt sie dann sogar auch mal kurz an, freut sich und wedelt. Nur zu gerne geht sie mit ihnen spazieren, wobei sie sich immer mehr entspannt. Anfangs kannte sie das Gassigehen gar nicht und da sie jahrelang nur innerhalb der Tierheimgitter gelebt hatte, erschien ihr die Welt außerhalb bedrohlich und angsteinflößend. Mittlerweile hoppelt sie jedoch fröhlich und ausgelassen über die Wiesen, schnuppert hier und da, interessiert sich für alles und wagt sogar ein kleines „Tänzchen“ vor lauter Freude.

Leider besteht für Nela strikter Leinenzwang, da sie erstens Jagdtrieb hat und einer duftenden Hasenspur sicher nicht widerstehen könnte und zweitens vor irgendetwas Unbekanntem (z.B. einem Traktor) erschrecken und in Panik weglaufen könnte. Sie kommt zwar wieder zurück, trotzdem ist es einfach zu gefährlich, da ihr unterwegs ja auch etwas zustoßen könnte. Da Nela aber sehr angenehm und ruhig an der Leine geht und auch nicht zieht, ist das Spazierengehen mit ihr ein Vergnügen.Überhaupt ist Nela eine sehr ruhige und brave Hündin. Im Tierheim merkt man sie fast gar nicht. Sie liebt es, sich in ein Körbchen hineinzukuscheln, je tiefer und weicher, desto besser. Man merkt, dass sie so etwas noch nie gehabt hat, denn es ist ihr deutlich anzusehen, wie sehr sie Wärme und Gemütlichkeit genießt. Ihr Körbchen verteidigt sie dann auch gegen ihre Hundekumpels, denn nun, da sie endlich mal so einen „Luxus“ erfahren hat, möchte sie ihn nicht gerne teilen (muss sie aber auch nicht, denn die anderen Hunde haben ihr eigenes Körbchen).Wir sind davon überzeugt, dass sich Nela auch in einer Menschenwohnung gesittet benehmen würde. Aufgrund ihres schon etwas fortgeschrittenen Alters ist sie halt doch etwas ruhiger als ein junger Wirbelwind und braucht nicht mehr ganz so viel Action und Auslastung. Dies macht sie zu einem überaus angenehmen und ruhigen Hausgenossen, gerne auch für ältere Leute.Mit der Futtermenge muss man allerdings etwas aufpassen, denn leider ist Nela immer noch etwas moppelig. Sie frisst halt gar zu gerne… Ein Gutes hat das aber auch: Da sie so verfressen ist, lässt sie sich leichter bestechen und fasst dann auch schneller Vertrauen… :-)

Mit anderen Hunden versteht sich Nela beim Spazierengehen problemlos. In ihrem eigenen Revier kann sie aber durchaus etwas zickig sein, wenn es darum geht, Körbchen, Futter, Decke oder Streicheleinheiten zu teilen. Sie ist dabei aber nie wirklich aggressiv und könnte sicher gut mit einem souveränen, nicht ängstlichen Rüden zusammenleben.Hat sich Nela in ihrem neuen Reich erst einmal eingewöhnt, kann sie sogar etwas Wachsamkeit entwickeln. Wenn sie im Tierheimgarten am Zaun steht, bellt sie fremde Besucher zum Beispiel gerne mal an – dies jedoch nur außerhalb der Öffnungszeiten. Nela weiß nämlich genau, wann es normal ist, dass Besucher kommen dürfen und wann nicht! :-) Man muss ja niemandem erzählen, dass sie nur eine große Klappe hat und ihre „vermeintliche Aggressivität“ ohne schützenden Zaun sofort verfliegt… :-)Leider wurde Nela wie so viele spanische Hunde leishmaniose-positiv getestet. Sie hat jedoch keinerlei Symptome und dank ihrer täglichen Tablette Allopurinol ist die Krankheit auch gut im Griff. Es kann allerdings sein, dass sie diese lebenslang einnehmen muss. Gottseidank ist das Medikament nicht teuer und kostet maximal 10 Euro im Monat. Ein jährlich durchgeführter Bluttest wäre natürlich super, da man beim Absinken des Titers eventuell auch die Dosis etwas verringern könnte. Leishmaniose ist nicht ansteckend und Nela kann damit genauso lange leben wie jeder andere Hund auch.Für unser Sensibelchen Nela suchen wir nun ganz besondere Menschen. Sie sollten auf jeden Fall ganz viel Geduld und Verständnis mitbringen: Verständnis dafür, dass Nela aufgrund vieler prägender schlechter Erfahrungen mit Menschen einfach nicht so schnell über ihren Schatten springen und Vertrauen fassen kann und Geduld, um ihr Zeit zu geben und nicht gleich aufzugeben, wenn Nela nicht von Anfang an perfekt „funktioniert“. Nela hat sich bereits im Tierheim Kronach sehr gut gemacht und ist auf einem guten Weg. Der ist allerdings noch lange nicht zu Ende. Wir denken aber, dass sie in einem richtigen Zuhause wesentlich schneller auftauen und dazulernen könnte. Immerhin ist sie dann fast den ganzen Tag mit ihren Menschen zusammen und man kann sich viel intensiver mit ihr beschäftigen. Es sollte auf jeden Fall ein ruhiges Zuhause sein mit festem Tagesablauf und Strukturen, in denen Nela Sicherheit und Halt findet. Kinder wären zwar im Prinzip kein Problem, weil Nela freundlich zu jedermann ist, dennoch denken wir, dass sich Nela in einem Haushalt mit keinen oder größeren Kindern wohler fühlen würde. Tägliche Spaziergänge sind natürlich ein Muss, aber es müssen keine Marathonmärsche sein. Auch für Agility oder anderen Hundesport ist Nela kaum geeignet. Sie wünscht sich einfach ein ruhiges Zuhause mit viel Geborgenheit, Zärtlichkeit und Schmuseeinheiten.Wenn Sie unserem armen kleinen Mäuschen so etwas bieten können und wollen, würden wir uns riesig freuen. Nela hätte ein Chance so nötig! Sie soll doch nicht ihr ganzes Leben im Tierheim verbringen müssen! Es wäre wirklich an der Zeit, dass sie lernt, dass das Zusammenleben mit uns Menschen auch schön sein kann. Wer gibt unserem sensiblen Mauerblümchen eine Chance?

Kontakt:Tierschutzverein Kronach Tel.: 09261/20111 e-mail: tsvkc(at)gmx.de

Billy

„Billy“, männlich, Mischling groß, geb. 20.04.03, 59 cm

Armer Billy! Als er mit ca. 6 Monaten aus Spanien bei uns in Kronach ankam, lag sein Leben noch vor ihm und er blickte positiv in die Zukunft. Die Welt lag dem goldigen Wirbelwind zu Füßen. Zunächst schien sich auch alles rosig zu entwickeln, denn Billy durfte sehr schnell in eine neue Familie umziehen. Wie schön wäre es gewesen, wenn er dort bis an sein Lebensende glücklich hätte leben dürfen!Doch leider kam es schließlich ganz anders und Billy musste wegen persönlicher Probleme seines Herrchens vor kurzem auf recht unschöne Art wieder ins Tierheim umziehen. Nun steht der arme Kerl auf einmal wieder ganz allein da – ausgerechnet in einem Alter, in dem man sich eigentlich auf den „Ruhestand“ vorbereiten möchte, in dem man sich wohl versorgt und geborgen fühlen und ein Körbchen sicher haben möchte. Nun muss Billy noch einmal ganz von vorne anfangen.Gottseidank ist Billy ein zäher und robuster „Knochen“ von durch und durch optimistischem und fröhlichen Gemüt. Trübsal zu blasen liegt ihm fern, nein, er nimmt sein Schicksal an und versucht, das Beste daraus zu machen. Im Tierheim hat er sich erstaunlich schnell eingewöhnt, er ist immer gut gelaunt, aufgeschlossen und begeisterungsfähig. Seine Köfferchen sind gepackt und er wäre durchaus schon morgen bereit, ein neues Leben in einer neuen Familie zu beginnen.

Übrigens zählt sich Billy selbst noch lange nicht zum alten Eisen! Wenn Sie ihn kennen, würden Sie sofort zustimmen: Billy ist topfit, temperamentvoll, lebenslustig und aktiv. Wenn wir sein Alter nicht genau wüssten, würden wir ihn auf jeden Fall für jünger halten.Billy ist ein freundlicher, aufgeschlossener und nicht ängstlicher Geselle. Er geht fröhlich auf alle Menschen zu, ist neugierig, möchte Kontakt aufnehmen und Freundschaft schließen. Mit Kindern hatte er allerdings bisher noch keinen Kontakt und wir denken auch, dass er für Kids nicht der richtige Spielgefährte wäre. Für Erwachsene und Jugendliche aber ist Billy ein richtig toller Kumpel, mit dem man durch dick und dünn gehen kann.

Was seine Hunde-Kollegen betrifft, kommt Billy bestens mit großen Hündinnen aus. Kleine Hunde allgemein oder große Rüden sind dagegen gar nicht sein Fall.Im Haus ist Billy superbrav und wohl erzogen. Er macht nichts kaputt, kann sich benehmen und ist selbstverständlich stubenrein. Billy kann auch mehrere Stunden allein bleiben, ohne etwas anzustellen.Beim Spazierengehen zeigt er sich interessiert und aufgeschlossen, ist aber kein hyperaktiver Wirbelwind, den man kaum auslasten kann. Er hat vielmehr ein ruhiges Gemüt, ist dabei wiederum aber auch keine „Schlaftablette“ – eben eine sehr gute Mischung.Billy wäre so gerne wieder ein anhänglicher und verschmuster Begleiter einer Menschenfamilie. Gerne würde er sich auch älteren Menschen anschließen, solange sie noch rüstig genug für ausgiebige Spaziergänge sind. Wer möchte diesem heimatlosen Senior wieder eine glückliche Zukunft schenken?

Kontakt:Tierschutzverein Kronach Tel.: 09261/20111 e-mail: tsvkc(at)gmx.de www.tierheim-kronach.de

Duna

"Duna", weiblich, kastriert, Malinoismix, 7 Jahre (geb. 2006), 50-55 cm 

Duna wurde in unserem spanischen Partner-Tierheim Sierra Nevada abgegeben, weil sich ihr Herrchen nicht mehr um sie kümmern konnte. Nun wartet sie bereits seit mehreren Jahren auf eine Chance für einen Neuanfang – bisher leider vergeblich.Dabei ist sie doch wirklich eine hübsche Hündin! Wir denken, dass sie auf jeden Fall einen Belgischen Schäferhund (Malinois) in ihrer Ahnenreihe hat, sie ist aber etwas kleiner. Auf den Fotos wirkt sie möglicherweise größer als sie tatsächlich ist.Duna ist eine sehr zutrauliche, aufgeschlossene und menschenfreundliche Hündin. Sie ist unendlich lieb zu allen Menschen, sehr anhänglich und möchte ihre Bezugspersonen am liebsten auf Schritt und Tritt begleiten. Sie klebt ihnen regelrecht am Bein und bettelt immer wieder um Streicheleinheiten. Schmusen ist für diese Knuddelhündin überhaupt das Schönste auf der Welt. Zärtlich schmiegt sie sich dann an die Beine ihrer Menschen und lässt sich genüsslich den Pelz kraulen.Was Kinder betrifft, wissen wir leider nicht, ob Duna schon mal mit Kindern Kontakt hatte. Aber zumindest bei größeren Kindern und Jugendlichen gibt es sicher keine Probleme.Mit anderen Hunden versteht sich Duna beim Spazierengehen und im Tierheim-Freilauf recht gut. Ihre eigene Familie und ihre Bezugspersonen möchte sie aber nicht mit einem „Rivalen“ teilen. Da kann sie dann schon mal etwas zickig werden. Wir möchten Duna daher am liebsten als Einzelhund vermitteln.Duna ist gehorsam und möchte es ihren Bezugspersonen gerne recht machen. Sie ist zwar bei weitem noch nicht perfekt erzogen, lernt aber schnell, ist aufmerksam und freut sich über jedes Lob und jede Streicheleinheit. Mit ein bisschen Geduld und Übung könnte sie der perfekte Begleiter werden, auf den man sich felsenfest verlassen und mit dem man durch dick und dünn gehen kann.Dunas Temperament ist eher von ruhigerer Natur, sie ist kein hibbeliger oder überdrehter Wirbelwind, sondern eher gelassen und gemütlich. Dass bedeutet aber nicht, dass sie eine Schlaftablette wäre oder nur wenig Auslauf bräuchte! Im Gegenteil ist sie sogar sehr unternehmungslustig, geht gern spazieren und möchte etwas erleben.Wir sind davon überzeugt, dass sich diese anhängliche Knutschkugel sehr gut in eine nette Familie integrieren würde und ein richtig tolles Familienmitglied sein könnte, mit dem man viel Spaß haben kann. Wo kann Duna ihre Qualitäten endlich beweisen?update 27.03.13: Zu unserer großen Bestürzung wurde nun vor kurzem auch noch festgestellt, dass Duna an Schäferhund-Keratitis (Pannus) leidet, eine Augenkrankheit, die fast nur bei Schäferhunden auftritt und unheilbar ist! Ein Auge ist bereits vollständig erblindet, das andere ist ebenfalls befallen und wird vermutlich blind werden. Noch merkt man Duna aber überhaupt nichts an. Sie bewegt sich sicher und wie immer. Die arme Duna sitzt ohnehin schon seit Jahren im Tierheim, ohne dass sich jemand für sie interessiert hätte. Aufgrund dieser Krankheit hat sie nun vermutlich absolut überhaupt keine Chancen mehr. Oder gibt es vielleicht doch irgendwo nette und verständnisvolle Menschen, die diese wirklich liebe Schmusebacke so nehmen wie sie ist und ihr noch ein bisschen Glück schenken? 

Kontakt:Tierschutzverein Kronach Tel.: 09261/20111 e-mail: tsvkc(at)gmx.de

Jimmy

„Jimmy“, männlich, kastriert, Schäferhundmix, fast 5 Jahre (geb. 20.09.07), 54 cm 

Heute möchten wir Ihnen ein ganz besonderes Sorgenkind aus unserem Tierheim vorstellen. Ein Sorgenkind, das uns besonders am Herzen liegt und dem wir so sehr eine neue Heimat wünschen, damit dieser arme Hund auch endlich einmal auf der Schokoladenseite des Lebens sein darf. Verdient hätte er es wirklich, denn Jimmy hatte sicher noch kein leichtes Leben. Ein Jahr ist es nun schon her, als Jimmy bei uns im Tierheim abgegeben wurde. Er wurde auf einem Bauernhof geboren, wo er – nach Aussagen des Überbringers – wohl hauptsächlich an der Kette gehalten wurde und nicht im Haus bei seiner Familie leben durfte. Sein Frauchen, eine bereits betagte Dame, hatte gottseidank letztendlich eingesehen, dass sie weder die Zeit, noch die Kraft und Möglichkeit hatte, sich um einen großen Hund zu kümmern und seinen artspezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden.Doch das ist noch nicht Jimmys ganze Leidensgeschichte. Schon am ersten Tag im Tierheim bemerkten wir, dass Jimmy beim Stehen eine etwas gebückte Körperhaltung einnahm und beim Laufen stark hinkte. Teilweise lief er nur auf drei Beinen und setzte sein rechtes Hinterbein nur ab und zu zum Abstützen auf den Boden. Eine Röntgenuntersuchung beim Tierarzt ergab eine katastrophale Diagnose: Jimmy hatte mehrere Knochenbrüche im rechten Hinterbein und das Kniegelenk war vollkommen zersplittert, so dass nur noch Knochensplitter übrig waren! Vielleicht ist er einmal von einem Auto angefahren worden. All diese Verletzungen waren jedoch nicht frisch, sondern schon älteren Datums, das heißt, er wurde in seiner früheren Familie nicht behandelt, sondern nach dem Unfall einfach sich selbst überlassen! Was für Schmerzen muss Jimmy bei einer derart schweren Verletzung gehabt haben und auch noch weiterhin haben!Natürlich überlegten wir sofort, wie wir ihm helfen konnten. Vier verschiedenen Tierärzten haben wir Jimmy vorgestellt, doch alle kamen zum gleich Ergebnis. Mit einer einfachen Routine-Operation war es aufgrund der Schwere der Knochenbrüche und des zertrümmerten Kniegelenks bei ihm nicht getan. Nach langen Beratungen blieb uns nur noch ein Weg offen: Um Jimmy weitere Schmerzen zu ersparen (die er nach der einhelligen Meinung aller Tierärzte auf jeden Fall bei jedem Schritt hatte, und das nicht zu knapp!), mussten wir Jimmys Bein amputieren lassen. Die Brüche im Oberschenkel hätte man mit einer OP zwar sicher heilen können, aber das völlig zerstörte Kniegelenk hätte man nicht ersetzen können. Lange haben wir alle Möglichkeiten abgewogen und schreckten vor diesem einschneidenden Eingriff zurück. Aber schließlich blieb uns keine andere Möglichkeit.Und es war die richtige Entscheidung! Erstaunlicherweise steckte Jimmy die OP wesentlich besser weg, als wir gedacht hatten. Auch die Tatsache, dass er auf einmal nur noch drei Beine hatte, schien ihn kaum zu verwundern. Beim Laufen stellte er sich von Anfang an prima an. Klar, er hatte natürlich schon Übung, da er auch vorher meist auf drei Beinen gelaufen ist und das kaputte Bein nur ab und zu zum Abstützen verwendet hat. Er war auch sofort nach der OP wieder fit und hat sich seitdem prächtig entwickelt. Wir denken, dass er vorher wirklich viele Schmerzen aushalten musste, denn irgendwie erscheint er uns nun viel befreiter und glücklicher und seine Augen strahlen regelrecht.Und denken Sie nur nicht, dass Jimmy mit seinen drei Beinen nun nicht mehr laufen will oder den ganzen Tag nur herumliegt! Im Gegenteil! Er geht begeistert spazieren – es müssen ja keine stundenlangen Bergwanderungen sein. Aber normale Wanderungen und Spaziergänge absolviert er mit Bravour und genießt diese auch deutlich sichtbar. Jimmy kann auch richtig flitzen, herumrennen und spielen. Die Muskeln seines linken Hinterbeins sind inzwischen so gestärkt und gekräftigt, dass sie das fehlende Bein locker kompensieren können.Was Jimmys Charakter angeht, suchen wir für ihn Menschen, die schon etwas Hundeerfahrung haben. Da er in seinem früheren Zuhause an der Kette vermutlich größtenteils sich selbst überlassen war, hat er weder Erziehung mitbekommen noch Grenzen kennengelernt. Er hat durchaus einen kleinen Dickkopf, den er durchsetzen möchte und kann auch mal grummeln, wenn ihm etwas überhaupt nicht passt. Die ganzen Tierarztbehandlungen zum Beispiel konnten wir nur mit Maulkorb durchführen, obwohl man sagen muss, dass er sich trotzdem recht anständig dabei benommen hat. Man sollte daher liebevoll, aber konsequent mit ihm umgehen und ihm seine Grenzen aufzeigen. Für kleine Kinder ist Jimmy nicht geeignet.Bei seinen eigenen Bezugspersonen ist Jimmy unendlich freundlich und liebevoll. Er schmust wie ein Weltmeister, „schmeißt“ sich richtig an „seine“ Menschen ran und schlabbert sie von oben bis unten ab. Er freut sich riesig über jede Zuwendung, jedes liebe Wort und jede Streicheleinheit und hat vermutlich einen großen Nachholbedarf.Bei Fremden ist Jimmy anfangs eher reserviert und misstrauisch. Wir denken, dass er in seinem eigenen Revier durchaus auch Wachhund-Qualitäten hat. Er gewöhnt sich aber dennoch schnell an jemanden, wobei er sehr empfänglich für Leckerlis ist… :-)Mit Hündinnen versteht sich Jimmy in der Regel gut; Rüden findet er dagegen nicht so toll.Obwohl Jimmy nicht im Haus gehalten wurde, denken wir, dass er stubenrein ist und sich gut benehmen würde. Bei uns im Tierheim macht er nie in seinen Zwinger und wartet immer, bis er Gassi oder in den Garten darf. Auch hat er bei uns noch nie etwas kaputt gemacht. Er benimmt sich vorbildlich, ruhig und brav und ist auch kein Kläffer.Es wäre nun an der Zeit, dass Jimmy auch mal etwas Glück im Leben hätte. Er will doch nur – so wie wir alle – etwas glücklich sein. Ist das zuviel verlangt? Vielleicht gibt es ja irgendwo eine erfahrene und verständnisvolle Familie, die unserem Sorgenkind ein liebevolles Zuhause geben möchte?P.S.: Jimmys lange Krankengeschichte und die Operation haben leider ein großes Loch in unsere Tierheimkasse gerissen. Daher würden wir uns über ein paar Spenden ebenfalls sehr freuen! 

Kontakt:Tel.: 09261/20111 e-mail: tsvkc(at)gmx.de www.tierheim-kronach.de 

Rocky

Rocky“, männlich, kastriert, Schnauzermix, 10 Jahre, 59 cm 

Rocky kam ursprünglich als Fundhund zu uns. Er war in einen Garten eingebrochen, hatte dort Hühner gerissen und – was ziemlich ungewöhnlich ist – sogar aufgefressen. Im Tierheim angekommen, merkten wir sofort, dass dieser Hund total ausgehungert sein musste. Trotz seiner Größe von fast 60 cm Schulterhöhe wog er kaum 17 kg! Jegliche Art von Futter, das wir ihm vorsetzten, verschlang er sofort mit einem Heißhunger und in einer Geschwindigkeit, die wir noch nicht oft bei Hunden beobachtet haben. Selbst heute, nach vier Jahren (!!!) Tierheimleben und regelmäßigen Fütterungen, hat sich daran nichts geändert - zu tief sitzt möglicherweise die Angst, es könnte morgen nichts mehr geben. 

Rockys Besitzer konnte übrigens schon kurz nach seiner Ankunft im Tierheim ausfindig gemacht werden. Er wollte ihn aber nicht wieder zurück und hat ihn uns zur Weitervermittlung überlassen. Vier Jahre sitzt Rocky inzwischen hinter Tierheimgittern, ohne dass sich ernsthaft jemand für ihn interessiert hätte. Nun ja, große schwarze Hunde mit Zottelfell haben es leider immer schwer, das wissen wir ja… :-( Außerdem hat Rocky wirklich keinen ganz einfachen Charakter und sollte nur an Menschen mit Hundeerfahrung vermittelt werden. Trotzdem ist er ein wirklicher lieber Kerl, wenn man ihn richtig zu nehmen weiß. Es wäre so unendlich schade, wenn Rocky seinen gesamten Lebensabend im Tierheim verbringen müsste und nie mehr die Geborgenheit einer eigenen Familie erfahren dürfte! Trotz seines nun schon etwas fortgeschrittenen Alters (nach Zähnen und Temperament beurteilt wirkt er aber viel jünger) ist Rocky ein richtiger Sonnenschein. Er ist gut drauf, sportlich und aktiv und „lacht“ den ganzen Tag. Er findet es einfach klasse, wenn man sich ein bisschen mit ihm beschäftigt. Für jede Streicheleinheit, jedes gute Wort und jedes Leckerli ist er unendlich dankbar. Er ist ein richtiger kleiner Flummi, der gerne ausgelassen herumtollt, lange Spaziergänge unternimmt und vor allem leidenschaftlich gern Ball spielt. Davon kann er nie genug bekommen, er ist ein richtiger Ball-Fanatiker!Bei fremden Menschen ist Rocky anfangs etwas misstrauisch und verschenkt sein Vertrauen nicht gleich an jedermann. Er möchte sich auch nicht von Fremden ohne jegliche Gewöhnungsphase streicheln lassen. Hat er aber erst einmal jemanden akzeptiert, liebt er ihn aus ganzem Herzen. Seinen rassetypischen Schnauzer-Dickkopf zeigt er zwar auch ab und an und lässt sich langwierigere tierärztliche Behandlungen zum Beispiel nur mit Maulkorb gefallen, aber er ist dennoch gut händelbar. Trotzdem sollte seine neue Familie bereits hundeerfahren sein. Für kleine Kinder ist Rocky nicht geeignet. 

Wir sind uns sicher, dass Rocky ein anhänglicher Kumpel wäre, der mit seiner Familie durch dick und dünn gehen würde. Wer gibt diesem sonnigen Kerlchen die Chance, das Leben endlich einmal von seiner Schokoladenseite kennenzulernen? 

 Tierheim Kronach (Nordbayern / Oberfranken) Tel. 09261 / 20111 

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