Sie sind hier: Home / Tiere in Not / Tierheimhunde / Tierheim Kronach
30.4.2016 : 7:11 : +0200

Tierheim Kronach

Tierheim Kronach (Nordbayern / Oberfranken)

Tel. 09261 / 20111 tsvkc(at)gmx.de www.tierheim-kronach.de

Moritz

"Moritz", männlich, Wuschelmix, geb. 2007, 29 cm 

Auch wenn er im Moment nicht so aussieht: Moritz ist eigentlich langhaarig.Im Moment ähnelt er zwar ein bisschen einem Scottish Terrier, wird aber deutlich längeres Fell bekommen. Leider mussten wir ihn jedoch komplett abscheren, denn als Moritz zusammen mit seinem Kumpel Sammy (ein Coton de Tulear und ebenfalls langhaarig) im Tierheim ankam, waren beide Hunde derart verfilzt, dass sie eher wandelnden Filzkugeln glichen als Hunden. Sie waren regelrecht gefangen in einem Kokon aus Pelz und stanken zudem wie die Pest!Wir waren sprachlos und entsetzt, denn solch ungepflegte und verwahrloste Hunde hatten wir schon lange nicht mehr gesehen.! :-(

Natürlich machten wir uns sofort an die Arbeit und schälten in stundenlanger, mühevoller Arbeit die zwei kleinen Hundekörper aus ihrer Filzschicht. Sammy war dabei noch schlimmer dran als Moritz, denn seine Haut war unter den dicksten Filzklumpen schon ganz wund und nässte, weil kaum noch Luft herangekommen war (dank einer Salbe ist dies aber nun schon wieder vollkommen verheilt). Auch mussten wir die Krallen schneiden, die viel zu lang und schon rund gewachsen waren. Wahrscheinlich hatten die beiden schon lange keinen Auslauf mehr gehabt, sondern waren nur irgendwo eingesperrt gewesen, wo sie - nach dem Gestank zu urteilen - regelrecht in ihrem eigenen Kot gesessen hatten. Wer weiß, wie lange sich schon niemand mehr um diese beiden kleinen Kerlchen gekümmert hat?!Doch dies ist nun Vergangenheit. Moritz und Sammy sind gerettet und freuen sich auf eine tolle und glückliche Zukunft in einer neuen Familie. Auch wenn sie nicht mehr die jüngsten sind, ist es noch nicht zu spät für einen Neuanfang. Mag sein, dass die beiden mit ihrem abgeschorenen Fell nun erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig aussehen, aber die Pracht wächst ja wieder nach und da die Haare diesmal gebürstet und gepflegt werden, werden die beiden Wuschels bald wieder richtige Schönheiten darstellen.

Ihr Aussehen ist Moritz und Sammy übrigens herzlich egal. Ohne die erdrückende Fellschicht atmen sie nun richtig auf, sie springen fröhlich herum und scheinen sich regelrecht befreit zu fühlen. Keine Spur von Trauer über ihr verlorenes Zuhause, sondern nur Lebensfreude pur!Auch die täglichen Spaziergänge, die sie nun machen dürfen, gefallen ihnen ganz offensichtlich bestens. Es ist eine Freude, ihnen dabei zuzusehen, wie sie ausgelassen herumtollen, alles interessant finden und ihr Näschen in jede Schnüffelei stecken. Man merkt, dass die beiden einen großen Nachholbedarf haben. Anscheinend entdecken sie gerade erst, wie groß und aufregend die Welt ist! Dabei entwickeln Moritz und Sammy so viel Energie, dass man kaum glauben kann, dass sie schon etwas ältere Herren sind! Ohne ihre Filzschicht und mit so vielen Anregungen um sie herum sind die beiden wieder richtig jung geworden!

Charakterlich sind Moritz und Sammy übrigens echte Goldstücke, denn sie sind sehr lieb, freundlich zu jedermann, kinderlieb und auch gut verträglich mit anderen Hunden. Die mühsame und langwierige Prozedur des Scherens haben sie klaglos, geduldig und sehr gutmütig über sich ergehen lassen, sie lassen sich hochheben und machten auch beim Tierarzt keinerlei Schwierigkeiten. Die beiden sind richtig gute Seelen.Moritz und Sammy sind anhänglich und verschmust und genießen es, wenn man sich ein bisschen mit ihnen beschäftigt. Moritz ist bei fremden Menschen zwar anfangs erst etwas zurückhaltend, aber dennoch sehr lieb. Auch dauert es nicht lange, bis er Vertrauen gefasst hat und aufgetaut ist. Dann kennt seine Anhänglichkeit keine Grenzen, er macht alles mit und wäre bestimmt ein treuer kleiner Kumpel, mit dem man durch dick und dünn gehen kann.Leider scheinen die beiden kaum Kommandos zu kennen. Man merkt, dass nicht viel mit ihnen gearbeitet wurde. Aber das kann sich ja ändern. Auch hier gilt: Es ist nie zu spät für einen Neuanfang und auch ein älterer Hund kann noch vieles dazulernen. 

In ihrem Tierheim-Zwinger sind Moritz und Sammy übrigens sehr sauber und brav, so dass wir davon ausgehen, dass sie auch in der Wohnung keine Probleme bereiten werden. Die beiden wären sicher prima für ältere Menschen geeignet, die aber noch rüstig genug für ausgedehnte Spaziergänge sein müssen.Besonders betonen möchten wir an dieser Stelle, dass Moritz und Sammy regelmäßige Fellpflege benötigen. Sie müssen mehrmals pro Woche gebürstet und vielleicht ein bis zweimal pro Jahr geschoren werden, damit ihre Haarpracht nicht verfilzt. Wer dazu keine Lust oder Zeit hat, soll sich bitte keinen langhaarigen Hund anschaffen! Es ist schon mehr die Regel als die Ausnahme, dass alle langhaarigen Hunde (dasselbe gilt auch für Katzen!), die bei uns abgegeben werden, ungepflegt und verfilzt sind - wenn auch nicht jedes Mal so extrem wie Moritz und Sammy. Da fragen wir uns wirklich, warum sich die Leute so einen Hund anschaffen, wenn sie dann keine Lust auf Fellpflege haben! Das weiß man doch vorher!Wir möchten Moritz und Sammy übrigens nicht gemeinsam, sondern nur einzeln vermitteln. Sie vertragen sich zwar, doch findet Moritz den geschorenen Sammy nun anscheinend so attraktiv, dass er ihn ständig rammeln möchte und dem armen Sammy somit überhaupt keine Ruhe lässt. ;-)

Welche netten Menschen stören sich nicht an Moritz´ schon etwas fortgeschrittenem Alter, sondern schenken diesem goldigen kleinen Fellknäuel all das, nach dem er sich sehnt: Familienanschluss, Geborgenheit, Liebe, Zärtlichkeit, Abwechslung - kurz gesagt: einen glücklichen und erfüllten Lebensabend?

Kontakt: Tierschutzverein Kronach Tel.: 09261/20111 e-mail: tsvkc(at)gmx.de

www.tierheim-kronach.de

Hanna

Hanna  geb.: ca Juni 2010 (könnte aber auch älter sein)

Geschlecht: Hündin SH. ca. 54 cm Rasse: Mischling Kastriert: ja

Hanna ist die Mama von Quijote und Tango. Sie ist mit ihren Welpen im Juni 2014 vor unserem Tierheim ausgesetzt worden. Sie ist die typische Hündin, die auf irgendeinem Bauernhof gelebt oder einen einsamen Cortijo bewacht hat. Denn so wie sie zu uns kam, dreckig und verlaust, muss sie irgendwo draussen gelebt haben.Hanna ist unsere Mausefängerin. Wenn sie Auslauf hat, kämmt sie jeden Zwinger, jede Gerümpelecke durch, um vielleicht ein Mäuschen zu erwischen. Sie verschiebt Hundehütten und andere grosse Gegenstände, denn überall könnte ja ein Mäuschen lauern. Meistens gibt sie nach einer Weile , wenn ihre Suche erfolglos war diese Tätigkeit auf, um sich am Spiel ihrer Hundefreunde zu beteiligen.

Hann ist eine sanfte, liebevolle Hündin. Videos finden sie auf unserer Website:chuchos-gr.org

Tierheim Kronach (Nordbayern / Oberfranken)

Tel. 09261 / 20111 tsvkc(at)gmx.de www.tierheim-kronach.de

Jimmy

„Jimmy“, männlich, kastriert, Schäferhundmix, fast 5 Jahre (geb. 20.09.07), 54 cm 

Heute möchten wir Ihnen ein ganz besonderes Sorgenkind aus unserem Tierheim vorstellen. Ein Sorgenkind, das uns besonders am Herzen liegt und dem wir so sehr eine neue Heimat wünschen, damit dieser arme Hund auch endlich einmal auf der Schokoladenseite des Lebens sein darf. Verdient hätte er es wirklich, denn Jimmy hatte sicher noch kein leichtes Leben. Ein Jahr ist es nun schon her, als Jimmy bei uns im Tierheim abgegeben wurde. Er wurde auf einem Bauernhof geboren, wo er – nach Aussagen des Überbringers – wohl hauptsächlich an der Kette gehalten wurde und nicht im Haus bei seiner Familie leben durfte. Sein Frauchen, eine bereits betagte Dame, hatte gottseidank letztendlich eingesehen, dass sie weder die Zeit, noch die Kraft und Möglichkeit hatte, sich um einen großen Hund zu kümmern und seinen artspezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden.Doch das ist noch nicht Jimmys ganze Leidensgeschichte. Schon am ersten Tag im Tierheim bemerkten wir, dass Jimmy beim Stehen eine etwas gebückte Körperhaltung einnahm und beim Laufen stark hinkte. Teilweise lief er nur auf drei Beinen und setzte sein rechtes Hinterbein nur ab und zu zum Abstützen auf den Boden. Eine Röntgenuntersuchung beim Tierarzt ergab eine katastrophale Diagnose: Jimmy hatte mehrere Knochenbrüche im rechten Hinterbein und das Kniegelenk war vollkommen zersplittert, so dass nur noch Knochensplitter übrig waren! Vielleicht ist er einmal von einem Auto angefahren worden. All diese Verletzungen waren jedoch nicht frisch, sondern schon älteren Datums, das heißt, er wurde in seiner früheren Familie nicht behandelt, sondern nach dem Unfall einfach sich selbst überlassen! Was für Schmerzen muss Jimmy bei einer derart schweren Verletzung gehabt haben und auch noch weiterhin haben!Natürlich überlegten wir sofort, wie wir ihm helfen konnten. Vier verschiedenen Tierärzten haben wir Jimmy vorgestellt, doch alle kamen zum gleich Ergebnis. Mit einer einfachen Routine-Operation war es aufgrund der Schwere der Knochenbrüche und des zertrümmerten Kniegelenks bei ihm nicht getan. Nach langen Beratungen blieb uns nur noch ein Weg offen: Um Jimmy weitere Schmerzen zu ersparen (die er nach der einhelligen Meinung aller Tierärzte auf jeden Fall bei jedem Schritt hatte, und das nicht zu knapp!), mussten wir Jimmys Bein amputieren lassen. Die Brüche im Oberschenkel hätte man mit einer OP zwar sicher heilen können, aber das völlig zerstörte Kniegelenk hätte man nicht ersetzen können. Lange haben wir alle Möglichkeiten abgewogen und schreckten vor diesem einschneidenden Eingriff zurück. Aber schließlich blieb uns keine andere Möglichkeit.Und es war die richtige Entscheidung! Erstaunlicherweise steckte Jimmy die OP wesentlich besser weg, als wir gedacht hatten. Auch die Tatsache, dass er auf einmal nur noch drei Beine hatte, schien ihn kaum zu verwundern. Beim Laufen stellte er sich von Anfang an prima an. Klar, er hatte natürlich schon Übung, da er auch vorher meist auf drei Beinen gelaufen ist und das kaputte Bein nur ab und zu zum Abstützen verwendet hat. Er war auch sofort nach der OP wieder fit und hat sich seitdem prächtig entwickelt. Wir denken, dass er vorher wirklich viele Schmerzen aushalten musste, denn irgendwie erscheint er uns nun viel befreiter und glücklicher und seine Augen strahlen regelrecht.Und denken Sie nur nicht, dass Jimmy mit seinen drei Beinen nun nicht mehr laufen will oder den ganzen Tag nur herumliegt! Im Gegenteil! Er geht begeistert spazieren – es müssen ja keine stundenlangen Bergwanderungen sein. Aber normale Wanderungen und Spaziergänge absolviert er mit Bravour und genießt diese auch deutlich sichtbar. Jimmy kann auch richtig flitzen, herumrennen und spielen. Die Muskeln seines linken Hinterbeins sind inzwischen so gestärkt und gekräftigt, dass sie das fehlende Bein locker kompensieren können.Was Jimmys Charakter angeht, suchen wir für ihn Menschen, die schon etwas Hundeerfahrung haben. Da er in seinem früheren Zuhause an der Kette vermutlich größtenteils sich selbst überlassen war, hat er weder Erziehung mitbekommen noch Grenzen kennengelernt. Er hat durchaus einen kleinen Dickkopf, den er durchsetzen möchte und kann auch mal grummeln, wenn ihm etwas überhaupt nicht passt. Die ganzen Tierarztbehandlungen zum Beispiel konnten wir nur mit Maulkorb durchführen, obwohl man sagen muss, dass er sich trotzdem recht anständig dabei benommen hat. Man sollte daher liebevoll, aber konsequent mit ihm umgehen und ihm seine Grenzen aufzeigen. Für kleine Kinder ist Jimmy nicht geeignet.Bei seinen eigenen Bezugspersonen ist Jimmy unendlich freundlich und liebevoll. Er schmust wie ein Weltmeister, „schmeißt“ sich richtig an „seine“ Menschen ran und schlabbert sie von oben bis unten ab. Er freut sich riesig über jede Zuwendung, jedes liebe Wort und jede Streicheleinheit und hat vermutlich einen großen Nachholbedarf.Bei Fremden ist Jimmy anfangs eher reserviert und misstrauisch. Wir denken, dass er in seinem eigenen Revier durchaus auch Wachhund-Qualitäten hat. Er gewöhnt sich aber dennoch schnell an jemanden, wobei er sehr empfänglich für Leckerlis ist… :-)Mit Hündinnen versteht sich Jimmy in der Regel gut; Rüden findet er dagegen nicht so toll.Obwohl Jimmy nicht im Haus gehalten wurde, denken wir, dass er stubenrein ist und sich gut benehmen würde. Bei uns im Tierheim macht er nie in seinen Zwinger und wartet immer, bis er Gassi oder in den Garten darf. Auch hat er bei uns noch nie etwas kaputt gemacht. Er benimmt sich vorbildlich, ruhig und brav und ist auch kein Kläffer.Es wäre nun an der Zeit, dass Jimmy auch mal etwas Glück im Leben hätte. Er will doch nur – so wie wir alle – etwas glücklich sein. Ist das zuviel verlangt? Vielleicht gibt es ja irgendwo eine erfahrene und verständnisvolle Familie, die unserem Sorgenkind ein liebevolles Zuhause geben möchte?P.S.: Jimmys lange Krankengeschichte und die Operation haben leider ein großes Loch in unsere Tierheimkasse gerissen. Daher würden wir uns über ein paar Spenden ebenfalls sehr freuen! 

Kontakt:Tel.: 09261/20111 e-mail: tsvkc(at)gmx.de www.tierheim-kronach.de 

 
Auszeichnungssprache: valides xhtml 1.0 strict Layout: CSS Level 2